Geschichte

AEG Halle Am Humboldthain wurde ein Stück Berliner Industriegeschichte geschrieben. Davon zeugen noch heute die historischen Gebäude der AEG (Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft) in der Ackerstraße und Gustav-Meyer-Allee, die Ende des 19. Jahrhunderts Ausdruck des Aufstiegs von Berlin zur Industriemetropole waren. Berlin war die größte Industriestadt Europas zwischen Paris und Moskau – rauchende Schlote bestimmten das Stadtbild, so auch am Humboldthain. Die erste größere AEG-Fabrik in der Zeit der stetig wachsenden Bedeutung der Elektroenergie wurde in der Ackerstraße (heute TU Berlin und Phorms-Schule) gebaut, unmittelbar anschließend noch in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts die große AEG-Fabrik mit der Turbinenhalle von Peter Behrens an der Gustav-Meyer-Allee. Diese und weitere Fabriken von AEG, Siemens oder Osram in anderen Stadtteilen Berlins markierten die Bedeutung der Industriemetropole Berlin im Bereich der Elektroindustrie unter der Bezeichnung „Elektropolis“.

Der II. Weltkrieg bedeutete auch an diesem Standort eine Zäsur, obwohl keine nennenswerten Kriegsschäden zu verzeichnen waren. Die AEG konnte an ihrem Standort im Westsektor Berlins nur kurz zu alter Blüte auflaufen. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begann der wirtschaftliche Abstieg und Niedergang. Neue Konzepte für den Standort wurden entwickelt und umgesetzt, um das große Areal einer neuen Nutzung zuzuführen. Der Paderborner Computerhersteller Nixdorf ließ von der Brunnenstraße aus große Teile der noch vorhandenen historischen Bausubstanz abreißen, um in einem modernen Glaspalast seine Computerproduktion anzusiedeln. Trotz Übernahme des schwächelnden Unternehmens durch Siemens gelang nicht der langfristig tragfähige Erfolg – heute werden die ehemaligen Siemens-Nixdorf-Gebäude vom Bankenservice (Tochtergesellschaft der Landesbank Berlin) genutzt.

Aeg Und noch eine Erfolgsgeschichte wurde am Humboldthain geschrieben: in den 80er Jahren des 21. Jahrhunderts wurden in den alten AEG-Fabriken Deutschlands erstes Gründerzentrum (BIG) und Technologie-Park (TIB) eingerichtet. Ein Gemeinschaftsprojekt von Technischer Universität Berlin und dem Land Berlin, vertreten durch die GSG (Gewerbe-Siedlungs-Gesellschaft). Damit wurden in unmittelbarer Nähe zur Grenze zwischen den beiden geteilten Stadthälften innovative Akzente gesetzt, um Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft an einem Standort zu vereinen. Lag der Technologie-Park Humboldthain in den Jahren nach dem II. Weltkrieg am Rande West-Berlins, so gelang mit der Wende der Sprung wieder dorthin, wo der Standort seit jeher lag: in die Mitte Berlins.

Die historischen Fotos entstammen dem AEG-Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.

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